30 Jahre Wittrock-Haus: Ein Ort für Gemeinschaft und neue Wurzeln

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Die Tagespflege Wittrock-Haus hat ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. Bei selbst gebackenen Torten und Kuchen, Glückskeksen und Musik kamen Tagesgäste, Mitarbeitende und weitere Gäste zusammen, um auf die Geschichte der Einrichtung zurückzublicken. Nach der Begrüßung durch Pflegedienstleiterin Stefanie Mortensen-Schopf erinnerte Frank-Holger Blümel, Vorstand des Augustenstifts zu Schwerin, an die Anfänge der Tagespflege. Dabei wandte er sich auch an Ilona Scriba und Pastor Martin Scriba, die eng mit der Entstehung des Hauses verbunden sind.

Von der Idee zur Tagespflege

Die Idee für das Wittrock-Haus entstand aus einem Projekt der Paulsgemeinde, die eine Begegnungsstätte für Senioren schaffen wollte. Ilona Scriba, die erste Pflegedienstleitung, setzte diesen Gedanken gemeinsam mit Pastor Martin Scriba um. Dafür wurde das Gebäude im Jungfernstieg 2 unter anderem mit einem Fahrstuhl, einem Pflegebad und einer Rollstuhlrampe ausgestattet. Am 17. Oktober 1996 nahm die Tagespflege ihren Betrieb auf.

Pastor Martin Scriba erinnerte beim Jubiläum an den Namensgeber Victor Wittrock. Der evangelisch-lutherische Geistliche hatte sich bereits in den 1930er-Jahren mutig gegen die Nationalsozialisten gestellt.

Gemeinsam durch den Tag

Ob beim Gedächtnistraining, beim gemeinsamen Singen, bei einer Runde Bingo oder bei Ausflügen: Im Wittrock-Haus gehen die Tagesgäste ihren Interessen nach, knüpfen Kontakte und verbringen den Tag in Gesellschaft. Gemeinsame Mahlzeiten und Gespräche gehören ebenso zum Alltag. Bei Bedarf können auch therapeutische Angebote wie Logopädie, Ergo- und Physiotherapie genutzt werden.

Für viele Tagesgäste gehört bereits die Fahrt zum Wittrock-Haus zum Alltag. Der Fahrdienst des Netzwerks für Menschen holt sie morgens zu Hause ab und bringt sie am Nachmittag wieder zurück. Für Angehörige bedeutet das ein paar freie Stunden – mit dem guten Gefühl, dass ihre Lieben gut aufgehoben sind. Wie wichtig der Bus für die Tagespflege ist, zeigte sich auch beim Jubiläum: Gemeinsam mit den Mitarbeitenden sangen die Tagesgäste „Es fährt ein Bus zum Wittrock-Haus“ – ein Lied, das eigens für diesen Anlass geschrieben worden war. Für weitere musikalische Momente sorgte der Freie Chor Schwerin mit bekannten Liedern.

Ein Baum für die Zukunft

Auch ein Blick nach vorn gehörte zur Feier. Stefanie Mortensen-Schopf hatte sich etwas für den Garten gewünscht. Gemeinsam mit einem Mitarbeiter pflanzte sie einen jungen Baum. Er wird Zeit brauchen, um zu wachsen und Wurzeln zu schlagen. So wie das Wittrock-Haus, das vor 30 Jahren mit einer Idee begann und inzwischen einen festen Platz im Leben vieler Menschen gefunden hat, darf auch er nun Teil einer Geschichte werden, die weiterwächst.

Das Wittrock-Haus kennenlernen

Die Tagespflege im Jungfernstieg 2 ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Ältere Menschen können hier den Tag in Gemeinschaft verbringen und abends sowie am Wochenende weiterhin in ihrem vertrauten Zuhause leben. Wer das Wittrock-Haus kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen, vorbeizuschauen und sich selbst ein Bild zu machen. Denn manchmal beginnt etwas Neues mit einem ersten Besuch – und vielleicht schlägt hier schon bald jemand neue Wurzeln.